Mundschutz / Schutzmasken


Sind Schutzmasken / Mundschutz nützlich?

In vielen westlichen Staaten wie auch in der Schweiz findet eine Diskussion über die Wirksamkeit von Schutzmasken beziehungsweise von Mundschutz statt.

Man sollte unterscheiden zwischen Schutzmasken für das medizinisches Personal und der Mundschutz für die Allgemeinheit.


Schutzmasken für medizinisches Personal

Beim Mundschutz für medizinisches Personal geht es beim Mundschutz um zwei Effekte: Erstens sollte der Mundschutz Tröpfchen- und Aerosol-Ausstoss reduzieren bzw. verhindern, um das Ansteckungsrisiko für Patienten zu senken. Zweitens soll das medizinische Personal selbst vor Ansteckung geschützt werden. Dies ist nur mit hochwertigen Schutzmasken nach FFP2 (Europa) / N95(US) möglich.

Die N95 / FFP2 Schutzmasken sind in ungenügender Menge vorhanden. Da diese Schutzmasken essentiell für das medizinische Personal sind, sollten diese nicht für den privaten Gebrauch benutzt werden und der wichtigen Nutzung durch das medizinische Personal nicht entzogen werden.


Mundschutz für die Allgemeinheit

Beim Mundschutz für die Allgemeinheit geht es nicht darum, sich selbst zu schützen. Sondern der Zweck ist, beim Sprechen, Niesen oder einem plötzlichen Husten andere nicht anzustecken. So kann ein beispielsweise asymptomatisch Infizierter, der nicht weiss, dass er infiziert ist, andere schützen. Dies ist insbesondere relevant, wenn ein Sicherheitsabstand nicht immer eingehalten werden kann, wie z.B beim Einkaufen, im Zug/Bus/Tram, bei der Arbeit oder auch beim Arzt oder im Spital.

Es reicht, den Schutz auch nur kurz zu tragen, beispielsweise während der Zeit des Einkaufens im Laden, oder während der Busfahrt. Also genau dann, wenn die 2 Meter Abstand nicht jederzeit eingehalten werden können.

Verschiedene Untersuchungen und Videos zeigen die Wirkung eines Mundschutzes:

Aussagen des BAG zum Thema Schutzmasken/Mundschutz

Das BAG hat bislang keine Empfehlung ausgesprochen, einen Mundschutz zu tragen (Ausnahme medizinisches Personal), unter Angabe der folgenden Gründe:

  • Ein Mundschutz bietet keinen Schutz vor Infektionen
  • Der Mundschutz ist kontraproduktiv; wenn er zu lange getragen wird, kann der feuchte Mundschutz sogar selbst zur Infektionsübertragung beitragen.
  • Wenn man selbst krank ist, soll man nicht hinausgehen sondern zuhause bleiben. Der Mundschutz hilft somit nicht.
  • Im Falle eines Hustens oder Niesens sollte dies in den Ellbogen getan werden. Zum Sprechen gab es keine Empfehlung.

Die Aussage des BAG wurde aber bisher wie folgt kritisiert

Die Aussage des BAG wurde oft aus folgenden Gründen als irreführend bezeichnet:


  • Der Zweck der Schutzmaske ist nicht, sich selbst zu schützen, sondern die anderen. Das BAG hat diese Erkenntnis bisher nicht erwähnt.
  • Beim Husten, Niesen und Sprechen wird eine Tröpfchenwolke und Aerosol ausgestossen, in der sich die Coronaviren befinden können. Eine Reduktion von Grösse und  Ausstossweite der Tröpfchenwolke und des Aerosol ist entscheidend für eine Reduktion des Kontaminierungsausmasses und für die Ansteckungswarscheinlichkeit.
  • Kranke sollen selbstverständlich zuhause bleiben, aber auch Gesunde können andere Personen anstecken. Personen können bis mehrere Tage vor den ersten Krankheitssymptomen ansteckend sein.
  • Es wird geschätzt, dass es bis zu 50% asmptomatische infiziert sind. Das sind Infizierte die nicht krank sind und deshalb nicht wissen dass sie infiziert sind, aber trotzdem andere anstecken können. Schutzmasken sind insbesondere bei asymptomatisch Infizierten wirksam.
  • Die Hauptübertragung des Corona-Virus erfolgt direkt mittels Tröpfcheninfektion (Mund, Nase, Augen) oder indirekt über Schmierinfektion (bsp. auf eine Haltestange im Bus und dann von der Hand ins Gesicht). Die Reduktion des Tröpfchenausstosses hat also einen direkten Einfluss auf die Infektionswahrscheinlichkeit. Mit einer Schutzmaske kann vielleicht 95% des Tröpfchenausstosses verhindert und die Weite des Tröpfchenausstosses massiv reduziert werden. Entsprechend wird die Ansteckungswahrscheinlichkeit reduziert.
  • Die Masken sollen auch nur kurz getragen werden, genau dann und dort, wo notwendig. Beispielsweise während der 15 Minuten des Lebensmitteleinkaufs oder während der 20 Minuten dauernden Busfahrt. Die Masken sollen danach gleich entsorgt und die Hände gereinigt werden.
  • Jeder Mundschutz, auch nur behelfsmässige, hilft, den Tröpfchenausstoss massiv zu reduzieren und daher das Infektionsrisiko zu senken. Zu diesem Zweck sind keine hochwertigen Masken notwendig. Auch ein wiederverwendbarer textiler Mundschutz tut seinen Zweck: er kann mit dem Dampfbügeleisen gebügelt werden und ist wieder frei von Coronaviren.
  • Die Empfehlung in den Ellbogen zu niesen ist weniger wirksam als einen Mundschutz zu tragen um der Tröpfcheninfektion vorzubeugen.
  • Das Tragen des Mundschutzes fördert das Bewusstein, die Ansteckung von anderen zu verhindern.

Tröpfchenausstoss

Eine Studie der Bauhaus Universität Weimar zum Tröpfchenausstoss:

Niesen:

https://www.welt.de/wissenschaft/video149349575/Hatschi-So-sieht-es-aus-wenn-wir-niesen.html

Referenzen zum Thema Masken tragen

ScienceMag.org: Das Nichttragen von Schutzmasken ist ein grosser Fehler:

https://www.sciencemag.org/news/2020/03/not-wearing-masks-protect-against-coronavirus-big-mistake-top-chinese-scientist-says

Eine gute Dokumentation zum Thema Schutzmasken ist auch auf:

https://de.wikipedia.org/wiki/Mund-Nasen-Schutz_(Medizin)

erhältlich.


Behelfsmässiger Mundschutz als wirksame Barriere gegen Tröpfchen- und Aerosolaussstoss

TagesAnzeiger: Keine Schutzmaske verfügbar? Selbst da gibt es einfache Lösungen um behelfsmässig eine Schutzmaske in weniger als einer Minute mit einfachsten und fast überall verfügbaren Mitteln herzustellen:

https://www.vergleiche.ch/atemschutzmasken-selber-machen-corona-virus-schutz/

Kritik an der Vorsorgestrategie und der Kommunikation

  • Die  Bundesbehörden wurden dafür kritisiert, dass viel zu wenige Schutzmasken als Teil der strategischen Reserve beschafft wurden.
  • Dass Schutzmasken nichts nützen sei als Schutzbehauptung verwendet worden, um der Kritik an den unterlassenen Vorsorgemassnahmen zuvorzukommen.
  • Selbstverständlich sollten die Gesundheitsorganisationen mit höchster Priorität mit dem notwendigen Schutzmaterial versorgt werden. Den Gesundheitsorganisationen sollen Schutzmasken nicht durch den privaten Gebrauch entzogen werden. Dies dürfe aber kein Grund sein, die Nützlichkeit von Mundschutz zu diskreditieren.

 



 



 
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