Wie geht es weiter in der Schweiz?

Auf Grund der bisher verfügbaren Zahlen kann, unter Annahmen, eine Prognose für die weitere Entwicklung bis Ende Mai erstellt werden.

Festgehalten werden kann schon jetzt:  Der Höhepunkt der Epidemie war bereits am 3. April überschritten worden mit 2'319 Patienten in den Spitälern und 284 Personen an Beatmungsgeräten.

Ende Mai werden es noch 101 Personen im Spital sein und 9 an Beatmungsgeräten.


Annahmen

  1. Die Zunahmen in absoluten Zahlen (Durchschnitt der jeweils letzten 5 Tage) hat am 29. März 2020 den Höhepunkt mit 1059 neuen Fällen pro Tag erreicht. Die Tendenz zeigt klar nach unten mit nur 404 neuen Fällen am 14. April und noch 160 Fällen am 27. April. Es kann daher angenommen werden, dass die täglichen Zunahmen in absoluten Zahlen auch weiterhin zumindest leicht sinken werden.
  2. Es wird angenommen, ceteris paribus, dass die übrigen Faktoren, wie das Verhalten der Bevölkerung, Testintensität, etc. sich nicht verändern werden. Es wird auch angenommen, dass durch die jetzt angekündigte Öffnung es nicht zu einer wesentlichen Zunahme der Fälle kommen wird.
  3. Weitere Mittel, welche Neuinfektionen weiter reduzieren würden wie Contact Tracing, sind hier noch nicht berücksichtigt. Eine Umsetzung des Contact Tracing könnte die Zahl der Neuinfektionen noch zusätzlich senken.
  4. Es wird nicht davon ausgegangen, dass in dieser Zeit bereits schon wirksame Behandlungsmethoden oder Medikamente neu verfügbar werden.

Prognose

Die unten stehende Prognose ist eine Fortführung der Tabelle auf der Seite "Aktuelle Zahlen CH".


Die wichtigsten Erkenntnisse aus der Prognose

  • Der Höhepunkt der Epidemie war bereits am 3. April überschritten worden mit 2'319 Patienten in den Spitälern und 284 Personen an Beatmungsgeräten. Seither sind die Zahlen am sinken.
  • Bis Ende Mai werden nur noch 101 Personen in den Spitälern sein und 9 Personen die beatmet werden müssen.
  • Das Total der Fallzahlen steigt aber weiterhin an, aber die Zahl der aktiven Fälle wird laufend sinken.
  • Auch das Total der Toten wird weiterhin steigen. 1'794 Tote werden bis Ende Mai erwartet.

Schlussfolgerungen

Die Spitze der Belastung des schweizerischen Gesundheitswesen wurde am 3. April erreicht.

Nun sollte die Chance genutzt werden, einerseits weiter die Anzahl der Neuinfizierten zu senken.

Die wichtigsten Massnahmen sind:

  • Intensivierung der Covid-19 Testaktivität (es wird immer noch viel zu wenig, bzw zu wenig gezielt getestet).
  • Analyse aller Neuinfektionen (wo/wie haben sie stattgefunden). Für die Beurteilung der Lockerungsmassnahmen ist es ein Unterschied, ob eine Neuinfektion im Gartencenter trotz Schutzmasken und Abstandsregel stattgefunden hat, oder ob sie im Spital von einer infizierten Pflegeperson auf einen Patienten übertragen wurde.
  • Bessere Informationen zu Kranken und entsprechend potentiell Infizierten.
  • Infektionsketten müssen unterbrochen werden (Contract Tracing).
  • Es sind bessere Zahlen, Auswertungen und Analysen notwendig um genauer zu projizieren zu können.
  • Mechanismen welche die Früherkennung von neuen Ausbrüchen ermöglichen und die Infektionsketten im Keime ersticken können sind notwendig.

 



 



 
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