Ist nichts tun eine Option?

In Anbetracht der grossen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Schäden gilt es abzuschätzen, was die Konsequenzen des "nichts tun" wären.

Erwartete Todesopfer

USA

Für die USA geht man davon aus, dass in einem solchen Falle bei 325 Mio Einwohnern mit 2.2 Mio Toten* zu rechnen wäre, das entspricht etwa 0.67% der Gesamtbevölkerung. Dies natürlich unter der Voraussetzung, dass keine Medikamente etc. verfügbar und wirksam sind.  Bei der besonders schlimmen Grippesaison 2017/2018 gab 61'000 Tote, wobei 80% über 65 Jahre alt waren.  Das Coronavirus könnte also gut 36 mal mehr Totesfälle verursachen als eine schlimme Grippesaison.

Schweiz

Bei analogen Zahlen für die Schweiz, wären bei 0.6% der Gesamtbevölkerung (8.5 Mio) mit etwa 50'000 Toten zu rechnen. Die starke Grippewelle im Jahr 2015 hatte 2'500 Tote verursacht. Beim Coronavirus wäre also die Zahl der Toten gut 20 Mal höher.

Lebenserwartung und Lebensqualität zusätzlich zu berücksichtigen

Zusätzlich zu berücksichtigen im Vergleich ist aber auch die noch zu erwartende Lebenserwartung in Jahren, die ohne die Infektion dagewesen wäre.

An der Grippe sterben vor allem Personen, die anonsten gesundheitlich schon sehr stark angeschlagen sind und nur noch eine kurze Lebenserwartung haben.

Beim neuen Coronavirus sind natürlich auch solche Personen betroffen. Es gibt aber auch viele Personen die gesundheitlich vielleicht leicht angeschlagen sind, aber durchaus noch 5, 10 oder auch 20 Jahre lang leben könnten.

Die Todesopfer auf Grund von COVID-19 in der Schweiz waren gemäss BAG durchschnittlich 83 Jahre alt.

Würde bei an COVID-19 gestorbenen Personen eine durchschnittliche Lebenserwartung von noch zusätzlichen 5 Jahren angenommen werden, im Vergleich zu noch 1 Jahr bei der normalen Grippe, so wäre das Coronavirus gut 100 Mal schlimmer als die Grippe.

Gesundheitswesen

Neben der grossen Anzahl Toten wäre auch zu berücksichtigen, das damit  Gesundheitswesen völlig überlastet würde.  Ein Nichtstun könnte überdies auch kaum durchgehalten werden, sobald die Verhältnisse so katastrophal werden wie in der Lombardei, beispielsweise wie in Bergamo oder Cremona.


Beispiele weshalb nichts oder viel zu spät etwas tun keine Option ist:




Spanische Grippe

Die Spanische Grippe ("la pesadilla") von 1917-1919 wird öfters zu einem Vergleich herangezogen. Bei der Spanischen Grippe geht man von ca. 50 Millionen Toten aus (die Schätzungen sind zwischen 17-100 Mio Toten) und das bei etwa 500 Millionen Infizierten, das würde einer Mortalität von 10% entsprechen. Dies natürlich bei viel weniger Wissen und medizinischem Möglichkeiten im Vergleich zu heute. Zudem ist noch zu berücksichtigen, dass sich die Welt mitten im ersten Weltkrieg befand. Die aktuelle Corona-Epidemie hätte also ähnliches Potential, wäre sie ebenfalls vor 100 Jahren aufgetreten.


*gemäss New York Times,

https://www.nytimes.com/2020/03/16/us/coronavirus-fatality-rate-white-house.html

 



 



 
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